Freitag, 16. Juli 2010

Videoecke zu "Der Schweif des Diabolus"

Produzent Frank Michael Rost (Ohrland Verlag) stellte freundlicherweise die Videos zur Verfügung.




Mittwoch, 14. Juli 2010

Fragen zur Entstehung von "Der Schweif des Diabolus"

Interview mit Produzent und Regisseur

Der Autor hat die Idee, bringt sie in Textform und schreibt die Geschichte eventuell noch um. Damit ist seine Arbeit getan. Das Manuskript ist dann die Grundlage für das Hörbuch, welches schließlich in Teamarbeit entsteht. Doch auf welche Weise gehen Produzent und Regisseur vor, um das Beste aus dem Text heraus zu holen? Wie wird ein Projekt wie „Der Schweif des Diabolus“ zu einem Hörgenuss entwickelt?

Frank Michael Rost
Produzent


Der Ohrland-Verlag wurde von Frank-Michael Rost (geboren am 24.September 1969 in Hamm, Westf.) gegründet. Er ist Produzent, Autor und Regisseur und sagt über sich selbst:
"Ich gehöre zur Generation der 'Kassettenkinder', bin also mit analogen Hörspielkassetten aufgewachsen. Meine Lieblings-Serien waren 'Commander Perkins', 'Die drei ???' und die diversen Jules-Verne-Hörspiele.
Nach dem Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft bin ich seit Mitte der 90er Jahre als Autor, Regisseur und Produzent von Film-, Video- und Multimediaprojekten tätig und aktuell Geschäftsführer der Medienberatung 211entertainment in Köln. 2008 konnte ich erfolgreich an einer Qualifizierungsmaßnahme des Kölner Filmhauses zum Produktionsleiter Film + TV mit anschließender Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer zu Köln teilnehmen. Daneben habe ich eigene Kurzfilme und schließlich zwei Spielfilme realisiert, die beide auf DVD veröffentlicht wurden.
Wissen und Erfahrung aus dem Filmbereich helfen mir enorm bei der Planung und Umsetzung meiner Hörspiel- und Hörbuchprojekte. Nicht umsonst sagt man ja, dass Hörbücher und Hörspiele „Kopfkino“ sind."

1. Nach welchen Gesichtspunkten suchten Sie die Leute ihres Teams aus?

Ich achte sehr auf berufliche Qualifikation und Erfahrung. Gleichzeitig sind mir Kreativität, Begeisterungsfähigkeit und Teamfähigkeit sehr wichtig. Jedes Hörspiel (oder jeder Film) ist letztlich ein Gemeinschaftsprodukt, allerdings nicht im Sinne eines „basisdemokratischen Kollektivs“, bei dem Kompromisse oder der kleinste gemeinsame Nenner gesucht werden. Es ist eher wie bei einer gut eingestellten Fußballmannschaft, die die Visionen und die Ideen des Trainers auf dem Platz umsetzen.
Beim „Schweif des Diabolus“ war die Teamzusammenstellung insofern anders, da hier ja ganz bewusst Studenten und Berufsanfänger den größten Teil des Teams ausgemacht haben. Als Produzent habe ich darauf geachtet, dass vor allem die Schlüsselpositionen, also die diversen Head of Department für Musik, Aufnahme & Mischung, SoundFX usw. mit guten Leuten besetzt werden. Insbesondere bei der Regie habe ich mit Michael Ziellenbach einen guten Mann gefunden, der sich sehr engagiert eingebracht hat.
Die Besetzung der beiden Hauptrollen erfolgte auf meinen Vorschlag mit Florian Mischa Böder und Fritz Stavenhagen. Ich wollte schon immer gern ein Projekt mit Fritz Stavenhagen machen und hier hat es sich sehr gut ergeben.


2. Wie ist der Ablauf an Arbeiten bei einem solchen Projekt?

Das ist nicht so leicht zu beantworten, denn in vielerlei Hinsicht ist der „Schweif des Diabolus“ eine „untypische“ Produktion für Ohrland.

Grundsätzlich war es so, dass ich der Akademie Deutsche POP in Köln das Projekt als Koproduktion angeboten habe. Nach der Zusammenstellung des Teams und der Besprechung der wichtigsten Eckpunkte lief die Produktion aller Teilbereiche dann mehr oder weniger autark an der Akademie ab. Ich war natürlich bei den Hauptsprachaufnahmen mit Fritz Stavenhagen und Florian Böder dabei. Ansonsten habe ich mich aber eher im Hintergrund gehalten und den Regisseur machen lassen. Hinterher, wenn der erste Rohschnitt vorliegt, habe ich dann „frische Ohren“ und kann Verbesserungsvorschläge bringen, um das Hörspiel noch besser zu machen.


3. Was sieht der zeitliche Rahmen zum Hörbuch „Der Schweif des Diabolus“ vor?

Die Produktion des Hörspiels nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Zunächst wurde das Drehbuch mehrmals umgeschrieben, bis es mir, dem Regisseur und natürlich auch Frau Schubert richtig gefallen hat. Aus den ursprünglich 50 wurden dann letztlich knapp 70 Seiten. Das Drehbuch war im Dezember 2009 fertig. Seit Januar 2010 wird ernsthaft am Hörspiel gearbeitet. Der normale Lehrbetrieb der Akademie muss bei so einem Projekt ebenfalls berücksichtig werden.
Für die Studenten ist das Hörspiel nicht nur ein „Credit“, sondern auch eine Projektarbeit, die später benotet wird. Daher müssen hier auch immer schulische Aspekte berücksichtigt werden. Und dann hat man auch nicht immer alle Ressourcen, z.B. das Tonstudio, zur Verfügung, da ja auch noch andere Kurse laufen. Insgesamt sehe ich das aber als eher positiv, denn das Projekt hat durch die begeisterte und engagierte Mitarbeit der Studenten echt gewonnen.

Nach der Vorstellung des Projektes am 14. August in der Akademie Deutsche POP in Köln http://www.schweif-des-diabolus.de/ werden wir das Hörspiel endgültig fertig stellen und auf CD und als mp3-Download veröffentlichen. Insgesamt wurde dann fast zwei Jahre an dem Projekt gearbeitet, wenn man die Drehbuchphase mitrechnet.


Michael Ziellenbach
Regisseur


Ausbildung zum Diplom Sprecher / Diplom Sprecherzieher(1992), Diplom Atemtherapeut/Atemlehrer, (1997)
Train The Coach Ausbildung (2005) , seit 2006 Ausbildung in Transaktionsanalyse

Seit 1999 Professor für Sprecherziehung an der Folkwanghochschule Essen,
daneben Trainings und Coachings in der Personalentwicklung für mehrere Weiterbildungsfirmen, Sprecher für den HR.
Dozent bei der deutschen POP Akademie Köln für den Bereich Sprecherausbildung, Synchronsprecherschulung;
Regietätigkeit bei zahlreichen Hochschulprojekten, Lesungen, Hörbüchern.

1. Wie sind Sie an das Projekt „Der Schweif des Diabolus“ herangegangen?

Der Text hat mir gleich gut gefallen und ich fand es spannend, das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Ohrlandverlag anzugehen.
Beim Lesen habe ich bereits bestimmte Vorstellungen über die Stimmen der Sprecher und habe mit einigen Teilnehmern des Sprecherkurses Castings gemacht. Die Hauptrollen habe ich in Abstimmung und nach Vorschlägen des Ohrlandverlages besetzt. Wir haben dann alle Stimmen überwiegend separat aufgenommen und anschließend geschnitten. Die Thematik erforderte aus meiner Sicht einen sehr psychologisch, authentischen Zugang zu den Rollen und das hat m.E. gut funktioniert. Wir sind noch nicht fertig und ich hoffe, dass die weitere Arbeit an diesem Projekt genauso viel Spaß macht, wie bisher.

2. Worauf legen Sie besonderen Wert?

Mir sind Stimmen wichtig, die die Fantasie des Hörers anregen, die das Kopfkino in Gang setzen und die Lust am Zuhören machen. Die Szenen müssen echt klingen und lebendig sein. Dafür brauche ich Sprecher, die bei diesem Prozess mitmachen wollen. Das war hier so und das war auch ein Grund für die gute Atmosphäre bei den Aufnahmen.
Ich lege Wert auf gute Vorbereitung bei so einem Projekt. Deswegen finden mehrere Vorgespräche statt und werden Fragen früh geklärt. Das spart wertvolle Zeit bei den Aufnahmen.
Ich brauche die Bereitschaft, den Prozess der dramatischen Entwicklung immer wieder kreativ und offen anzugehen.
Mir ist wichtig bei so einer Kooperation, dass der Kontakt zu den Organisatoren und zu den Sprechern gut ist.

3. Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Team?

Die Zusammenarbeit mit dem Team ist sehr gut. Der Tontechniker Georg Bremges und ich sind ein mittlerweile sehr gut eingespieltes Team. Wir sind auch in den Kursen gemeinsam da, die Abstimmung stimmt und das ist für so einen Arbeit natürlich sehr sehr wichtig. Ebenso ist die Zusammenarbeit mit den Organisatoren entscheidend und wichtig, ich spreche sehr häufig mit Lars Brunstein, Salvatore Chianta, Frank Michael Rost und wir informieren uns über Zwischenstände, Entwicklungen, Ergebnisse.
Die Sprecher kommen zu den verabredeten Terminen zu den Aufnahmen und wir sorgen dafür, dass sie ihre Arbeit unter optimalen Bedingungen erfüllen können.
Die Rahmenbedingungen für dieses Projekt sind weitgehend optimal, wenn auch gesagt werden muss, dass wir leider neben unseren normalen Beschäftigungen die Zeit für dieses Projekt aufbringen müssen. Deshalb zieht es sich zwangsläufig über einen gewissen Zeitraum hinweg. Als nächsten Schritt werden wir die Musik produzieren und schneiden und das Editing in Angriff nehmen. Der Komponist Gunther Steudel hat bereits Musik komponiert und ich freue mich auf diesen Schritt, weil das Hörspiel allmählich Konturen bekommt und weil die Musik bei einem Hörspiel atmosphärisch die Dialoge zusammenhält und quasi den Rahmen schafft für die Handlung.