Freitag, 23. Dezember 2011

Grüße

Wieder einmal ist es soweit. Das Jahr ist bald vorbei. Ich wünsche den Besuchern meines Blog schöne Weihnachten und ein guten Start für 2012.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Gelesen: "Der Engel vom westlichen Fenster" von Gustav Meyrink

In den Zeiten des Kindle und der kostenlosen Klassiker habe ich für mich den Autor Gustav Meyrink (1868-1932) wiederentdeckt. Er versteht es, in seinem Werk „Der Engel vom westlichen Fenster“ geheimnisvolle, unwirkliche Stimmungen zu schaffen. Unwirklich im Sinn von irreal, was jedoch die Glaubwürdigkeit seiner Hauptfigur keinesfalls herabsetzt. Deren Phantasien, die Ungereimtheiten, die sich der Verstand passend zurechtrückt, verdichten sich zu einem kompakten Literaturstück, dessen Anziehungskraft auch jetzt noch enorm ist. Besser verständlich wird der Roman, wenn man Meyrinks Interesse an Geheimbünden und metaphysischen Dingen bedenkt, außerdem die Entstehungszeit des Werkes.

Montag, 5. September 2011

Jürgen Ritschels Roman "Barackencarlos" und seine Parallelen zu Roßlau

Die Stadt kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Nach dem zweiten Weltkrieg nimmt Roßlau Umsiedler auf, die aus den östlichen, ehemals deutschen Gebieten, stammen. Der Neuanfang für die Menschen ist schwer, denn sie verloren neben ihrem Hab und Gut auch Verwandte und Freunde. Etliche Zugezogene bringt man in den Baracken unter, die sich nahe der Biethe, einem Wäldchen, befinden und später schrittweise abgerissen werden.
Einen Ausschnitt ähnlicher historischer Ereignisse findet der interessierte Leser auch in Jürgen Ritschels Roman "Barackencarlos", der 1981 im Mitteldeutschen Verlag erscheint.

„Schauplatz ist eine Stadt an der Elbe, die Merkmale der Stadt Roßlau erkennen lässt. In "Barackencarlos" geht es um eine Umsiedlerfamilie, deren ältester Sohn Carlos, der Held dieses Gesellschaftsromans, sich seinen Platz in der Gesellschaft nicht ohne Widersprüche erkämpft.“ (Zitat: Jürgen Ritschel)
Der Autor, 1943 in Roßlau geboren, wohnt jetzt in Kleingießhübel, einem Ort in der Sächsischen Schweiz.
Weitere Werke:
"Harte Jahre", Roman
"Hoffnungen", Erzählband
"Klara Leopoldina Morgengold", drei Erzählungen

"Ein Wort der Kunst", Kurzessays zu Ausstellungen des Kunstvereins Pirna

Literarische Tätigkeit:
Entwicklung von Autoren als Leiter der Literaturwerkstatt des Kulturraumes Meißen-Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Leiter der Schreibwerkstatt des Nationalparkzentrums Bad Schandau, Gründer und Schirmherr der "Autorengruppe Elbtal", Verleger von Prosa und Lyrik.
E-Mail des Autors:  ritscheltext@t-online.de

Donnerstag, 28. Juli 2011

"Der Ölmühlenstein zu Roßlau" im Theaterkunstgarten

Das Mehrgenerationenhaus in Roßlau hält vielfältige Angebote zur Ferien- und Freizeitgestaltung bereit. In den ersten drei Tagen dieser Woche fand dort unter anderem auch der Theaterkunstgarten statt. Wie ich nun erfuhr, wurde mehrere Male das Bühnenstück „Der Ölmühlenstein zu Roßlau“ gespielt. Autorin der Geschichte ist Liane Fischer. Auf ihren Wunsch schrieb ich es (vor etwa einem Jahr) als Bühnenstück um, das dann bei der 6. Roßlauer Märchennacht erstmalig aufgeführt wurde.                      

Samstag, 18. Juni 2011

SF-Autoren und die Zukunftsforschung

Vor Jahren habe ich eine Lesung von Rolf Krohn und dem Schriftstellerehepaar Steinmüller besucht.  Damals begann ich mich für Science-Fiction zu interessieren. Ich verschlang alles an Lesestoff, was zu kriegen war. Mir gefiel, dass das Genre einem Autor die Weiterführung auch ungewöhnlicher Ideen bot. Dr. Karlheinz Steinmüller und seine Frau Angela sind nun seit langem in der Zukunftsforschung tätig. Die Entwicklungen in diesem Arbeitsbereich in Verbindung mit der schriftstellerischen Tätigkeit der beiden Autoren fand ich ungeheuer spannend. Das Ehepaar Steinmüller war so nett, mir einige Fragen zu beantworten.

Wie funktioniert Zukunftsforschung?

Zukunftsforschung ist auf die Zukunft gerichtete Gegenwartsforschung. Ausgehend von heutigen Fakten und bisherigen Entwicklungen werden begründete Hypothesen ("Konjekturen") über die Zukunft erarbeitet. Dabei geht es nie um die Zukunft im Allgemeinen, sondern stets um die Zukunft eines konkreten Themenbereichs (die Zukunft von X). Ein Knackpunkt besteht darin, vor einem gegebenen Zeithorizont zu unterscheiden, was relativ sichere Entwicklungen sind (die können in die Zukunft extrapoliert werden) und wo die größten Unsicherheiten liegen. Letztere beschreibt man in alternativen Szenarien, oder man versucht Wild Cards (wenig wahrscheinliche, aber mögliche Eventualitäten mit großer Wirkung) zu identifizieren. Das Ziel besteht fast stets darin, Handlungsempfehlungen ("Implikationen") für den heutigen Tag abzuleiten.

Sind SF-Autoren dafür prädestiniert, realistische Zukunftsszenarien zu erstellen?

Ganz entschieden: Jein. SF-Autoren wollen spannende Geschichten erzählen. Realistisch müssen diese nicht sein, sondern (in der Regel) möglichst originell und phantastisch, was ja fast das Gegenteil von realistisch ist. Aber die SF-Fabeln und SF-Welten müssen wenigstens in sich konsistent und plausibel sein, um einen "willing suspense of disbelief" seitens des Lesers zu ermöglichen. Den futurologischen Szenarien dagegen fehlt oft Farbe, Phantasie, Originalität. Und oft sind sie wenig konkret, die Akteure in ihnen sind noch nicht einmal Pappkameraden. In diesen Punkten sind SF-Szenarien eindeutig überlegen. Sagen wir es so: SF-Zukunftsszenarien sind nicht realistisch. Oft aber immer noch viel realistischer als die meisten futurologischen Szenarien.
 

Worum geht es in „Computerdämmerung“, dem aktuellen 6. Band Ihrer Werksausgabe?

Der Band enthält etwa zur Hälfte leicht überarbeitete Erzählungen aus unseren früheren Bänden "Der letzte Tag auf der Venus" und "Windschiefe Geraden", einige verstreut publizierte Erzählungen und einige neue, extra für Band 6 geschriebene Storys. Themenschwerpunkt sind - neumodisch ausgedrückt - mögliche Perspektiven von NBIC: Nano-, Bio-, Info-, Kognotechnologien. Was passiert, wenn eine Art Grippe-Virus das für religiöses Empfinden zuständige Gehirnzentrum lahmlegt? Wie werden die Zweiten Menschen - jene intelligenten Erdbewohner, die uns nach einem langen evolutionären Rückfall ablösen werden - über uns, die Ersten Menschen, denken? Und was passiert, wenn Roboter-Püppchen in den Kinderzimmern den Ton angeben?

Ich danke Ihnen beiden!

Link: http://www.steinmuller.de

Sonntag, 12. Juni 2011

Gefunden: Zum Thema Spannungsaufbau

Beim Stöbern im Netz habe ich in „99 Sekunden Wissen“ (SWR 2) eine winzige, aber informative Beschreibung zum Spannungsaufbau im Film entdeckt. In kurzer Zeit wird sehr schön verständlich gemacht, wie die Neugierde des Zuschauers gesteigert werden kann. Der Titel ist „Suspense: Wie in Hitchcock-Filmen Spannung entsteht“  (10.6.2011). Autor ist Kai Löffler. http://www1.swr.de/podcast/xml/swr2/99sekunden.xml

Mittwoch, 4. Mai 2011

Drei Fragen an Gerald Ganglbauer

Durch meine Schreibarbeiten ergeben sich logischerweise Kontakte zu anderen Autoren, zu Redakteuren und Verlegern. Ich habe Gerald Ganglbauer, Herausgeber des internationalen Literaturmagazins "gangway", gebeten, mir drei Fragen für meinen privaten Blog zu beantworten.

1. Wer bist du, Gerald Ganglbauer? Autor, Verleger oder Reisender zwischen Australien und Österreich?

"Ich bin eine Reise" ist nicht nur der Titel eines frühen Textes von mir (erschienen u.a. in "Gangway") sondern programmatische Lebensphilosophie. Niemals stillstehen, Brücken über die Weltmeere schlagen, als Liebhaber ohne festen Wohnsitz. Ein neuer Text "Ich bin immer noch eine Reise" erscheint im nächsten "Sterz".

2. Was fasziniert dich generell an der Literaturszene?

Ich habe nicht nur Kommunikation studiert, ich liebe anregende Gespräche und bin auch immer wieder von Wortschmieden, Dichtern und Denkern sehr angetan. Liebe, Lust und fast mein ganzes Leben hat sich in der Literaturszene abgespielt. Inmitten all der schillernden Vertreter von Kunst und Kultur gibt es nie Langeweile.

3. Was hast du demnächst vor?

Ich musste zwei Jahrzehnte lang auch mal Geld verdienen. Jetzt bin ich krankheitsbedingt im Ruhestand und werde meinen kleinen Gangan Verlag wieder betreiben und mit viel Liebe zum Detail ab und an Lyrikbände verlegen. 2012 soll es mit der Reihe "gedichte" dort weiter gehen, wo ich 1994 aufgehört hatte.

Vielen Dank für deine Antworten, Gerald!

Links:
www.gangway.net/1/gangway1.3.1.html
http://www.sterz.mur.at/
http://www.gangan.com/
http://www.facebook.com/ganganverlag
http://www.gangway.net/
http://www.facebook.com/gangway.net

Kontakt:
gerald@gangan.com
Skype: gerald.ganglbauer

Samstag, 9. April 2011

Gesehen: „Der Plan“ - Ein Film von Regisseur Georges Nolfi

Emily Blunt (Elise) und Matt Damon (David Norris) spielen die Hauptrollen in dem Film. Norris will Senator werden. Kurz vor dem Ziel zerschlagen sich seine Hoffnungen auf eine politische Karriere. Da lernt er die Tänzerin Elise kennen. Weder der Abstieg von Norris, noch die Begegnung mit Elise passen in den Plan einer übergeordneten Stelle, die die Lebensläufe der Menschen aufzeichnet, kontrolliert und ändert. Doch David Norris will seinen eigenen Weg gehen, gegen den Willen der mysteriösen Anderen.
Die Logik in dem Film ließ manchmal etwas zu wünschen übrig. Aber die Idee, sie stammt übrigens vom Autor Philipp K. Dick, war nicht schlecht umgesetzt und die Schauspieler hervorragend.
„Der Plan“ regt an, Fragen zu stellen. Ist uns das Schicksal vorherbestimmt? Wenn ja, durch wen oder was? Liegt es in den Genen oder etwa gar an den Pheromonen, wie wir uns verhalten? Existiert der freie Wille tatsächlich oder werden sämtliche Entscheidungen nur von Bedürfnissen geprägt? Gibt es den Zufall? Oder ist er bloß durch das Nichtwissen um die Vorgänge erklärbar, die kausal gekoppelt sein können?

Dienstag, 5. April 2011

Kurzrezension zur SF-Geschichte "Cyberschlaf" von Helge Riewold

Ab und zu fällt mir eine Geschichte, ein Hörspiel, Film oder ein Roman auf. Dieses Mal wurde ich in der Nr. 7/ 2011 des c´t magazins fündig. Dort entdeckte ich die SF-Story „Cyberschlaf“ von Helge Riewold.
Um was geht es da?
Der Sohn eines Gangsterbosses befindet sich nach einem Attentat im Cyberschlaf. Ein Experte soll den Avatar des Opfers im Netz finden und den jungen Mann wieder in die Realität zurückholen.
Wie legt der Autor Helge Riewold seine Geschichte an?
Die Story beginnt mit Problemen, denen sich der Experte stellen muss. In den sechzehn Textabschnitten, die durch kurze, aussagekräftige Zwischenüberschriften unterteilt sind, entwickelt sich die Handlung bis zu einem Schluss, der nicht vorhersehbar ist. Der Autor schreibt von Schlägern und einer mörderischen Gangsterfehde. Eigentlich passt der brutale, aber belesene Ernie da gar nicht hinein. Aber gerade diese Figur ist besonders reizvoll ausgearbeitet und zeigt, dass der Autor nur mit dem Klischee des kriminellen Umfeldes spielt.
Die Geschichte habe ich gern gelesen.

Dienstag, 22. Februar 2011

Vor einem verwendbaren Hörspielmanuskript steht das Umarbeiten...

Wenn ein Autor sein Werk beendet hat, ist er natürlich stolz – und manchmal auch etwas betriebsblind. Da ist es von großem Vorteil, wenn noch ein anderer das Manuskript intensiv und neutral liest. Allerdings ist nicht jeder dafür geeignet. Man muss schon viel Vertrauen in dessen Kompetenz und Urteilsfähigkeit haben, um Kritik oder Änderungswünsche ebenso neutral anzunehmen. Es muss klar sein, dass es bei der Erarbeitung eines vernünftigen Manuskriptes darum geht, das bestmögliche Ergebnis zu schaffen und nicht darum, die arme, nach Zustimmung lechzende Autorenseele zu streicheln (auch, wenn das ab und zu ganz gut tut).
Also jetzt im Klartext, die Überarbeitungsphase meines neuen SF-Manuskriptes hat begonnen. Nach Umsetzung der genannten Vorschläge wird es perfekt sein. Davon bin ich überzeugt. Ich freue mich schon auf das Endergebnis.

Samstag, 12. Februar 2011

Was entstand in den Monaten Januar/ Februar 2011?

Eben ist ein weiteres Hörspielmanuskript fertig geworden. Grundlage ist eine Kurzgeschichte von mir, die vor zwei Jahren in einer Anthologie erschienen ist. Auch bei diesem Projekt habe ich, wie bei "Der Schweif des Diabolus", die Handlung in die Zukunft verlegt und zwar in das Jahr 2030.

Sonntag, 16. Januar 2011

Ausschreibungen

Kurzgeschichtenwettbewerbe werden oft veranstaltet. Wer an ihnen teilnimmt, will natürlich gewinnen oder zumindest austesten, ob die eigene Schreibe bei anderen ankommt. Die Suche im Netz fördert unterschiedliche, aber durchaus reizvolle Projekte zutage.
Beim Stöbern gefunden:
Ein Wettbewerb zum Thema Katz und Maus . In Berlin gibt es den KaroKrimiPreis 2011, bei dem Weihnachtsgeschichten eingereicht werden können. Einsendeschluss ist bereits der 31. Januar 2011. Auf http://www.doggle.de/schreibwettbewerb/ geht es um Hundegeschichten. Neben dem Newsletter des Uschtrin Verlags bieten viele Literaturseiten Listen zu Ausschreibungen an. Zum Beispiel unter http://www.literatopia.de/forum/forum-116-page-1.html. Auch das Corona Magazin gibt laufend neue Themen für Schreibwettbewerbe im Bereich der Fantastik bzw. SF vor.
Generell sollte sich jeder interessierte Autor immer genau die Teilnahmebedingungen durchlesen und darauf schauen, wer die Ausschreibung macht. Erst dann kann er für sich entscheiden, ob er eine Geschichte einreichen will.