Sonntag, 25. März 2012

"Nichts für starke Nerven" von U. S. Levin

Normalerweise lese ich gern dicke Wälzer, vorausgesetzt der Inhalt fesselt mich ausreichend. Doch an den Büchlein von U. S. Levin kann ich grundsätzlich nie vorbeigehen. Das neuste "Nichts für starke Nerven", trägt den Untertitel "Satiren zur homöopathischen Anwendung". Das kleine Buch hat mich voll erwischt, als ich gerade etwas kränkelte. Es passte witzigerweise genau auf meine derzeitige Situation. Die 94 Seiten waren schnell durchgelesen. Wie immer in Levins Werken fand ich viel Wahres. Wie immer schreibt der Autor in der Ich-Form. Wie immer übertreibt er schamlos, was natürlich das Vorrecht eines Satirikers ist. Denn auf die Wirkung kommt es an. Ich scheine zur Zielgruppe zu gehören; ich musste herzhaft lachen.
Zum Beispiel: Die Titelgeschichte. Aus lauter Gefälligkeit kommt er in die Psychiatrie, aber nicht mehr hinaus. Nur die Flucht kann ihn retten, doch gelingt sie ihm wirklich?
Auf typisch Levinsche Art spielt er mit den Möglichkeiten, Zufällen und Peinlichkeiten, die einem Normalbürger passieren können. Meiner Meinung nach ist dieses Büchlein das beste, was der Autor je geschrieben hat.
Ich muss unbedingt noch auf die Zeichnungen des Illustrators Peter Dunsch hinweisen, denn sie runden das Ganze erst ab. Durch sie erhalten die lustigen Kurzgeschichten die richtige Würze.
U. S. Levin führt jede Menge Lesungen durch, die stets gut besucht werden. Wer den Autor da einmal erlebt hat, wird seine Geschichten immer mögen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen