Donnerstag, 24. Oktober 2013

"Mingus" v. Keto von Waberer, 1. Eindruck

Ein paar Minuten zum Lesen gönne ich mir immer. Gern greife ich auch nach Jugendromanen und verfolge, wie Autoren ihr Lesepublikum bei der Stange halten.
Für "Mingus", dtv 2012, habe ich nicht viel Zeit eingeplant. Knapp dreihundert Seiten sind eigentlich schnell durchgeschmökert. Aber ich habe mich dieses Mal geirrt. Es dauert doch eine ganze Weile, bis ich mit dem Buch fertig bin.
Woran liegt das? Die Sprache ist einfach, klar, ohne überflüssige Füllwörter, die das Geschehen verschleiern. Die Autorin Keto von Waberer verwendet abwechselnd sehr kurze und dann wieder längere Sätze. Das gefällt mir gut bei einem Jugendroman.
Jedes Wort ist in "Mingus" bedeutungsvoll, zeigt einen bestimmten Sinn. Szenen lassen sich nicht einfach überfliegen. Man wird gezwungen, langsam zu lesen.
Das ist es! Aber es macht großen Spaß. Ich ertappe mich dabei, dass ich zurück blättere und manche Passagen noch einmal wiederhole. Der ungewöhnliche Schreibstil gefällt mir fast besser, als die Geschichte selbst. Mit dieser Aussage will ich aber nicht die Story abwerten.
Sie ist in Kapitel aufgeteilt, die mit Namen überschrieben sind. Das ist wieder eine Sache, die mir ziemlich neu und deshalb bemerkenswert erscheint. Jede Person, die wichtig für die Handlung ist, erzählt im Präsens, wie sie das Geschehen erlebt.
Zu welchem Genre gehört nun der Roman?
Eingeordnet ist das Buch in der Bücherei unter Fantasy. Die Figuren sind aber realistisch dargestellt. Ich würde das Ganze eher als SF bewerten, denn es geht um Genmanipulation.
Mingus gehört zu einer neuen Gattung. Er ist weder Tier noch Mensch. Als sein Schöpfer stirbt, ergreift Mingus die Initiative, befreit eine junge Frau, wird gejagt und gefangen. Man trennt das neu erschaffene Wesen von Nin, mit der es unterwegs war. Beide versuchen, zueinander zu kommen, was immer wieder durch verschiedene Interessenskonflikte verhindert wird.
Soweit die Kurzform. Der Roman ist halb ausgelesen. Mein nächster Eindruck folgt, wenn ich fertig bin.  

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