Dienstag, 27. September 2016

Susanne Lieder über das Schreiben


Wo findest du deine Ideen?

Überall. Manchmal höre ich ein Geräusch, das mich an irgendetwas erinnert, oder eine Bemerkung, die ich irgendwo aufschnappe. Das kann oft sehr profan sein. Beim Laufen oder bei einem Spaziergang formt es sich dann zu einer Idee und die schließlich zu einer vagen Geschichte. Ich setze mich hin und schreibe per Hand auf, was mir durch den Kopf geht, bis die Geschichte mehr und mehr Gestalt annimmt. Wobei mir ganz wichtig ist, dass ich einen Namen für meine Hauptfiguren finde. Manchmal habe ich auch zuerst eine Figur im Kopf, über die ich gern erzählen würde. Das ist ganz unterschiedlich. Am besten nachdenken, eine Idee weiterspinnen, kann ich draußen in der Natur.

Was treibt dich beim Schreiben an?

Ganz einfach die Lust, vielleicht kann man es auch Drang nennen, am Geschichten erzählen.
Dieser Moment, in dem eine vage Idee Gestalt annimmt und sich entwickelt, ist unglaublich spannend. Für mich ist das jedes Mal wie eine Art Rausch.

Sicher kommt es auch bei dir vor, dass du gestresst bist und keine Lust zum Schreiben verspürt. Hast du kleine Tricks auf Lager, die dich dann wieder motivieren?

Ich muss zugeben, dass ich nur ganz ganz selten keine Lust zum Schreiben habe. Was vielleicht daran liegt, dass ich schon als kleines Mädchen Bücher schreiben wollte, diesen Traum aber erst über viele Umwege und Jahrzehnte später wahrmachen konnte. Ich freue mich jeden Tag wieder darauf, mich an den Schreibtisch zu setzen. Wenn ich dann doch mal einen kleinen Durchhänger habe, gehe ich nach draußen und mache einen langen Spaziergang. Gartenarbeit hilft auch. Danach bin ich ausgepowert, mein Kopf ist aber hellwach.

Bist du schon einmal in einen Schreibrausch verfallen oder in eine Schreibblockade geraten? 

In einen Schreibrausch falle ich, wie oben schon gesagt, eigentlich immer. Ich bin dann in einem Tunnel, und neben mir könnte die Welt untergehen. Eine richtige Schreibblockade kenne ich Gott sei Dank nicht.

Wie gehst du mit Absagen um?

Als ich noch ohne Agentur gearbeitet habe, waren Absagen sehr frustrierend, weil ich nicht wusste, woran es gelegen hatte. Ein Feedback bekommt man ja selten, nur ein „Tut uns leid, aber wir sehen momentan keine Möglichkeit …“ oder „Wir bedauern sehr, aber Ihr Buch passt zurzeit nicht in unser Programm“. Ich wollte oft alles hinwerfen, weil ich an mir und meiner Arbeit gezweifelt habe.

Vielen Dank!

Susanne Lieder, geboren 1963 in Bad Oeynhausen
Arbeitet seit 2012 als freie Schriftstellerin
Schreibt Romane für und über Frauen in der goldenen Lebensmitte, die natürlich auch Männer lesen dürfen. Unter dem Pseudonym Rieke Schermer schreibt sie Romane mit deutlich jüngeren Protagonisten
Mehr unter: www.susanne-lieder.de

Mittwoch, 21. September 2016

Autorin Kristina Gehrmann und ihre Illustrationen


"Im Eisland" ist eine mehrteilige Graphic Novel. Wie definierst du den Begriff? Ist das 
Manga oder auch Comic?

Für mich persönlich spielt es keine Rolle, wie man "Im Eisland" bezeichnet, denn alles sind
Bildergeschichten. Die Begriffe dienen eher dem Verlag bzw. Marketing, weil sie für
unterschiedliche Zielgruppen verwendet werden. Das Label "Graphic Novel" soll Comics einer
Zielgruppe zugänglich machen, die Mangas für "kindisch" hält und auch sonst bisher nur wenig
oder keine Comics gelesen hat. Ursprünglich wurden damit in den USA Comics in gebundener
Buchform bzw. mit Hardcover bezeichnet.

Wie bist du eigentlich zu der Geschichte gekommen?

Eher zufällig. Ich las einen Artikel bei Wikipedia über die Expedition und dem Schicksal ihrer
Teilnehmer. Mich interessierte das Thema, also begann ich weiter zu recherchieren. Das war
2012, durch Stöbern in Wikipedia – so habe ich die Geschichte erstmals ganz gelesen. Ein Bild der Eismumie von John Torrington habe ich jedoch schon früher gesehen, in einem Kinder-Sachbuch über Mumien, wahrscheinlich in den späten Neunzigern. Schon damals habe ich mich gefragt, unter welchen Umständen dieser junge Mann wohl gestorben war.

Was machst du lieber? Schreiben oder zeichnen?

Definitiv zeichnen, und deswegen ist es auch mein Hauptberuf geworden! Aber das
Geschichtenerzählen will ich dennoch nicht missen.
Die Ausnahme ist hier mein Buch "Zeichnen als Beruf", ein Ratgeber mit Grundlagen für
Berufseinsteiger im Bereich Comic, Manga und Illustration mit vielen praktischen Infos zu
Startformalitäten, Urheberrecht, Kundenakquise, Illustrationsaufträgen, Verlagsverträgen und
Preiskalkulation. Darin ist hauptsächlich Text, wenn auch mit vielen Bildern. Das E-Book ist
vor kurzem erschienen und kann unter http://amzn.to/2clyhZS bestellt werden, eine Leseprobe
und gedruckte Version unter http://www.zeichnenalsberuf.de  .

Welche Autoren/ Zeichner magst du besonders?

Meine momentanen Lieblingscomics haben mich als Vorbilder geprägt: Uzumaki, Gyo, Death 
Note, Wa ga na wa Nero, Vinland Saga – alles Manga (und noch weitere). Ich finde es
faszinierend, wie sehr im Manga auf atmosphärische Dichte, Emotionen, und Drama Wert
gelegt wird, und wieviel Stimmung in Schwarzweiß erzeugt werden kann, und genau das wollte
ich in meiner Geschichte auch ausprobieren.

Bist du schon bei einer neuen Arbeit?

Ja! :) Ich setze gerade Upton Sinclairs Roman "Der Dschungel" als Comic/Graphic Novel um.
Beim Comicbuchpreis 2017 der Berthold-Leibinger-Stiftung ist er einer der Finalisten:
http://www.leibinger-stiftung.de/de/foerderaktivitaeten/comicbuchpreis/finalisten-2017/kristina-gehrmann.html 
Fertig ist er allerdings noch lange nicht, das wird noch dauern!

Vielen Dank!

Website: www.kristinagehrmann.com 

             

Samstag, 13. August 2016

Iny Lorentz: Das Autorenpaar Iny Klocke und Elmar Wohlrath

© Fotostudio Berger

- Ihr habt sehr viele Bücher verfasst. Gibt es für euch noch die Faszination des geschriebenen Wortes oder ist jetzt alles Routine?

Sollte das Schreiben jemals Routine werden, müssen wir uns eine andere Beschäftigung suchen. Jeder Roman besitzt seinen eigenen Reiz und fordert seine spezielle Art, in der er geschrieben werden will. Es ist daher jedes Mal für uns eine neue Herausforderung, der wir uns mit Begeisterung stellen. Da wir bei unseren historischen Romanen quer durch die Zeiten und Länder reisen, gibt es für uns auch kein routiniertes Abhandeln einer gewissen Epoche, sondern immer ein neues Feld, das zu besäen gilt. Spielte ‚Die steinerne Schlange‘ im Jahr 213 n. Chr., so endete ‚Der rote Himmel‘ im Jahr 1886 n. Chr. Die Schauplätze unserer Romane reichen von Russland bis Texas und von Irland bis Süditalien und darüber hinaus. Durch die notwendigen Recherchen und wenn möglich, entsprechende Recherchereisen, lernen wir immer wieder neues kennen und freuen uns darauf, all diese Ideen, die dabei entstehen, in Romanform umzusetzen.

- Eine Frage, die ich immer wieder gern stelle: Wie arbeitet ihr zusammen?

In vielen Gesprächen daheim und auf Recherchereisen entwickeln wir die Romanidee immer weiter, bis Elmar irgendwann genug Informationen besitzt, um sich an den Computer setzen und den Rohtext des Romans schreiben zu können. Auch in der Phase reden wir über den Inhalt und passen gegebenenfalls Handlungsstränge an. Iny erhält die einzelnen Teile des Romans zur Kontrolle und gibt ihre Kommentare dazu ab. Sobald Elmar den ganzen Roman von Anfang bis Ende geschrieben hat, überarbeitet er ihn noch einmal und übergibt ihn Iny. Diese überarbeitet ihn fünf Mal, wobei Elmar jede Fassung liest und seinerseits seine Kommentare dazu an die entsprechenden Stellen im Text einträgt. Jeder von uns beschäftigt sich damit sieben Mal mit dem jeweiligen Roman. Wenn er dann fertig ist, sind wir mit ihm zufrieden.
Während Elmar seine Rohschrift erstellt, überarbeitet Iny den Roman, den er vorher geschrieben hat. Elmar liest diesen durch und macht wie bereits erwähnt seine Anmerkungen. Im Gegenzug liest Iny die Rohtextteile, der er gerade erstellt. Dazu kommt die Vorbereitung des nächsten Romans, den Elmar in Angriff nehmen wird einschließlich der nötigen Recherchereisen. Außerdem geht der Blick weiter nach vorne auf die Romane, die noch kommen sollen, und die auch geplant werden müssen. Wir haben uns diese Arbeitsteilung vor über dreißig Jahren angewöhnt und können gut von einem Roman zum anderen umschalten. Am idealsten ist es natürlich, wenn ein Mittag- oder Abendessen dazwischenliegt. Es reicht aber auch eine Viertelstunde Wäsche sortieren oder ins Internet schauen.

- Eure schriftstellerischen Anfänge waren, soviel ich weiß, in der SF-Szene. Kann man die Texte noch irgendwo nachlesen?

Die ersten Anthologien, bei denen wir mit Kurzgeschichten beteiligt waren, sind vor 34 Jahren erschienen. Man kann sie aber immer noch über ZVAB oder Amazon beziehen. Die Titel sind auf unserer Homepage unter Werke - Kurzgeschichten aufgelistet.

- Wie ist es euch damals gelungen, einen Verlag zu finden?

Bei Inys erster Kurzgeschichte war es reiner Zufall. Wir waren beide in einem Fantasy-Club. Ein anderes Mitglied bekam vom Heyne-Verlag den Auftrag, eine Fantasy-Anthologie mit Kurzgeschichten von zumeist amerikanischen und englischen Autoren zusammenstellen. Er wollte aber auch eine Kurzgeschichte aus Deutschland dabeihaben und so fragte er Iny, ob sie ihm eine schreiben würde. Iny meinte entsetzt, dass sie noch nicht soweit wäre, aber er meinte: mach mal. Das tat sie dann auch. Kurz darauf fuhren wir zum ersten Mal zur Frankfurter Buchmesse und sprachen nach gewissen Startschwierigkeiten den SF-Lektor des Goldmann-Verlags an, der uns einem seiner Anthologisten vorstellte. In den Folgejahren wurde ein gutes Dutzend Kurzgeschichten von uns in Anthologien verschiedener Verlage sowie ein Kinderbuch veröffentlicht.
In der Folgezeit kam es zu einer gewissen Schreibpause, bis dann bei Elmar der Wille, erneut zu schreiben, zu groß wurde. Die Suche nach einem Verlag ging hier weitaus schwerer vonstatten als zwei Jahrzehnte zuvor. Wir suchten schließlich nach einer Agentur, die uns vertreten sollte, aber auch das entwickelte sich zu einer endlosen Geschichte und erst der neunte Versuch brachte Erfolg. Lianne Kolf gelang es, unsere historischen Romane an Knaur zu vermitteln, und hier haben wir bislang dreißig historische Romane veröffentlicht.

- Welchen Roman habt ihr nun in Arbeit?

Im Frühjahr 2017 erscheinen die beiden Romane ‚Die Wanderapothekerin‘ und ‚Die Liebe der Wanderapothekerin‘, die vor dem Hintergrund des Laboranten- und Buckelapothekerwesens in Thüringen Anfang des 18, Jahrhunderts spielen. Die beiden Romane sind bei Knaur bereits als E-Books erschienen und kommen nun endlich auch als Taschenbücher. Im Herbst 2017 kommt ein neues HC auf den Markt, das gegen Ende des 17. Jahrhunderts eingeordnet werden kann. Es hat auf jeden Fall mit unserer letztjährigen Recherchereise nach Polen zu tun, bringt aber auch noch ein paar andere Aspekte.

2018 kommt im Frühjahr der erste Band einer neuen Trilogie aus dem 19. Jahrhundert, die 2019 und 2020 fortgesetzt wird. Was dann im Herbst 2018 kommt, ist noch ein Geheimnis.

Vielen Dank!

Vita August 2016 

Iny Lorentz ist das Pseudonym eines Autorenpaares, das 2003 mit "Die Kastratin" seinen ersten historischen Roman veröffentlichte. Mit dem Roman "Die Wanderhure" erreichten sie eine Millionenauflage. Mittlerweile fanden 37 Ausgaben ihrer Romane einen Platz auf der Bestsellerliste.

Mehr als 20 Romane des Autorenpaares, davon 19 Iny-Lorentz-Titel wurden bislang in eine fremde Sprache übersetzt.

Die Iny Lorentz Romane "Die Wanderhure", "Die Kastellanin" (als "Die Rache der Wanderhure"), "Das Vermächtnis der Wanderhure" wurden von Sat 1, sowie "Die Pilgerin" und "Das goldene Ufer" vom ZDF verfilmt und erfolgreich ausgestrahlt.

Im Sommer 2014 fand im Rahmen der Bad Hersfelder Festspiele die Premiere der Bühnenfassung der "Wanderhure" statt. Die Aufführung auf Schloss Runkelstein bei Bozen in Südtirol wurde 2015 ebenfalls ein großer Zuschauermagnet. Im Winter und Frühjahr 2016 ging "Die Wanderhure" auf Theatertournee und wurde auf 29 Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgeführt.

Auf der Website der beiden Autoren ist eine Auflistung der Werke zu finden.

Donnerstag, 28. Juli 2016

"Woodwalkers", Teil 1 "Carags Verwandlung" von Katja Brandis


- Du verfasst neben Abenteuer-und Near-Future-Romanen auch Krimis, Thriller und Fantasyromane. Warum eigentlich keine Lyrik oder Liebesschmöker?

 Lyrik kann ich schlicht und ergreifend nicht, sage ich jetzt einfach mal. Lustigerweise kommt in der Kampf um Daresh-Trilogie ein Schwertkämpfer und Dichter vor, und ich musste einige seiner Gedichte und die seiner Tochter in den Roman einfügen. Da ich ja aus seiner Perspektive schrieb, in seinen Kopf schlüpfte, konnte ich auf einmal Lyrik schreiben und war ganz verblüfft darüber! Aber aus mir selbst kommen keine Gedichte heraus. In meine Romanen ist fast immer eine Liebesgeschichte integriert, manchmal auch eine sehr starke und intensive, aber ein Roman, der sich ausschließlich um Liebe dreht, wäre für mich nicht so reizvoll.

- Der erste Teil von „Woodwalkers“, also „Carags Verwandlung“, ist im vorigen Monat erschienen. Kannst du eine Kurzfassung des Inhalt geben und verraten, wie du auf die Idee zum Buch gekommen bist?

Es ist die Geschichte eines jungen Gestaltwandlers, der als Puma in den Rocky Mountains aufgewachsen ist und von der Menschenwelt fasziniert ist, die er das erste Mal mit elf Jahren kennenlernt. Gegen den Willen seiner Eltern entscheidet er sich, dass er versuchen will, als Mensch zu leben ... ein sehr mutiger Schritt, aber so richtig klappt das erst, als er in ein Internat für „Woodwalker“ wie ihn aufgenommen wird und endlich lernen kann, in beiden Welten zu leben ... das war immer sein Traum.
Die Idee ist mir bei einer Reise in den Yellowstone Nationalpark in den USA gekommen – ich fand die wilden Tiere dort sehr faszinierend und fing plötzlich an, über einen Puma-Gestaltwandler nachzudenken ...

- Es sollen ja noch weitere Teile von „Woodwalkers“ entstehen. Heißt das, du wirst in den nächsten Jahren nur diese Bände verfassen?

Nein, natürlich nicht, die ersten drei Bände von Woodwalkers habe ich sowieso schon fertig. Im Moment schreibe ich gerade einen Fantasyroman für Erwachsene für Droemer Knaur und danach kommt ein Jugendroman für Arena!

- Wie findest du die Zeit, um trotz deiner Hobbys, wie Tauchen, Reisen und Lesen, noch an Büchern zu arbeiten?

Ich arbeite jeden Tag von 7.30 bis etwa 14.30 – so lange mein Sohn in der Schule ist – sehr intensiv und konzentriert an meinen Büchern ... wenn ich zwischendurch Pause mache, entspanne ich mich mit einer Runde Lesen. Und hin und wieder düse ich eben in die Weltgeschichte ab, oft zur Recherche, aber auch dorthin kommt oft der Laptop mit. Tauchen mache ich zwischendurch, wann immer es passt, und im Urlaub.

- Was bringt es dir, ab und zu eine schreibende Praktikantin aufzunehmen?

Da man ja als Autorin meist alleine und isoliert arbeite, finde ich es sehr erfrischend, dreimal im Jahr jeweils zwei Wochen lang mit talentierten jungen Kolleginnen zusammen zu arbeiten. In dieser Zeit ergibt sich mit etwas Glück ein schöner Austausch. Außerdem hat mir Nachwuchsförderung schon immer Spaß gemacht, es ist ein gutes Gefühl, wenn sich die jungen Autorinnen und –autoren mit meiner Hilfe weiter entwickeln können.

Vielen Dank!

Kurzbiografie

Katja Brandis begann schon als Kind zu schreiben, oft Geschichten, die in fernen Welten spielten. Sie studierte Amerikanistik und Anglistik und arbeitete danach als Journalistin und Lektorin, bis sie ihren Traum wahrmachen und sich als freie Autorin selbständig machen konnte. Bekannt ist sie für ihre erfolgreichen All-Age-Romane wie „Ruf der Tiefe“, „Vulkanjäger“ sowie „Und keiner wird dich kennen“. Nach ihren Fantasy-Trilogien „Kampf um Daresh“ und „Feuerblüte“ erschien von ihr der Reihen-Auftakt Woodwalkers – Carags Verwandlung (Fantasy ab 10) sowie unter dem Pseudonym Siri Lindberg der High-Fantasy-Roman „Nachtlilien“. Katja Brandis lebt mit Mann, Sohn und drei Katzen in der Nähe von München.

Websites: www.katja-brandis.de/ und www.siri-lindberg.de 

Dienstag, 7. Juni 2016

Jan Costin Wagner, der Schöpfer von Kimmo Joentaa

Foto: © Gunter Glücklich

Deine Bücher wurden in 14 Sprachen übersetzt. Du hast mehrere 
Auszeichnungen erhalten und wurdest für einige bedeutende Preise nominiert. 
Was ist das Geheimnis deines Erfolgs?

Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ich möchte in jedem Fall immer nur dann
schreiben, wenn ich das Gefühl habe, eine Geschichte unbedingt erzählen und
mit dem Leser teilen zu wollen.

Die meisten deiner Kriminalromane spielen in Finnland. Warum?

Ich habe den ersten Kimmo-Joentaa-Roman, "Eismond", intuitiv in Finnland
verortet. Ich denke, dass es vor allem damit zu tun hatte, dass mir beide am
Herzen liegen - die Hauptfigur, der junge Polizist Kimmo Joentaa, und
Finnland, meine zweite Heimat. Hinzu kommt, dass ich Finnland als einen
grundlegenden, grenzüberschreitend relevanten Ort wahrnehme, an dem deshalb
die grundlegenden menschlichen Dramen, das ich erzählen möchte, gut aufgehoben
sind.

Könntest du dir als Handlungsort auch ein südlicher gelegenes Land 
vorstellen? Z.B. Italien, Griechenland ...

Ja, sicher. Letztlich geht es mir darum, dass der Schauplatz mit dem
inhaltlichen Kern des Erzählten auf einer emotionalen Ebene in Verbindung
steht. Mein erster Roman, "Nachtfahrt", spielte im Süden Frankreichs, in einem
heißen Sommer, am tosenden Meer. Diese Stimmung spiegelte sehr unmittelbar das
Innenleben des Protagonisten.

Neben deiner Arbeit als Autor interessierst du dich ebenfalls für Musik. 
Welchen Einfluss hat sie auf dein Schreiben?

Einen großen, denke ich. Wenn ich Musik komponiere, bin ich eigentlich auf der
selben Suche wie während des Schreibens. Es ist die Suche nach einer Melodie,
in der bestimmte Fragen mit Antworten verschmelzen könnten.

Woran arbeitest du gerade?

Ich habe, nachdem zuletzt mit "Sonnenspiegelung" ein Band mit Erzählungen
erschienen ist, begonnen, einen neuen Joentaa-Roman zu schreiben. Es ist noch
ein weiter Weg zu gehen.

Vielen Dank!

Jan Costin Wagner, geb. 1972, studierte Literaturwissenschaft und Geschichte. Der Schriftsteller und Musiker lebt jetzt in der Nähe von Frankfurt/ Main.

Werke:

"Tage des letzten Schnees"
"Das Licht in einem dunklen Haus"
"Im Winter der Löwen"
"Das Schweigen"
"Eismond"
"Schattentag"
"Nachtfahrt"
"Sonnenspiegelung"

Website: http://www.jan-costin-wagner.de

Sonntag, 8. Mai 2016

Krystyna Kuhn - Thriller und Krimis


Wer sind deine literarischen Vorbilder?

Wichtig ist mir zunächst die Geschichte, nicht der Autor. Und ich lese kreuz und quer durch alle Genres. Dennoch gibt es einige Schriftsteller, von denen ich alle Bücher sofort bei Erscheinen kaufe: Stephen King, Kevin Brooks, Mechthild Borrmann, Jonathan Franzen, Donna Tartt.

Am 9. Mai 2016 erscheint mit dem Roman „Der zweite Verrat“ ein neuer Band von „Monday Club“. Auf welche Geschichte können sich deine Leser freuen? 

Band 1 endete mit dem Cliffhänger: Du wirst die Nächste sein!
Und genau dort knüpft Band II an. Faye schwebt in Lebensgefahr. Ihre Tante Liz behauptet plötzlich, sie leide unter Epilepsie. Wie Zoey Fuller und Fabiana Nuñez aus Band I. Beide sind an dieser Krankheit gestorben. Was aber hat der Monday Club damit zu tun? Langsam verdichtet sich der Verdacht, dass es um medizinische Experimente geht.

Folgen noch weitere Bände? 

Ja, es wird noch Band 03 geben: Die letzte Rache. Er erscheint im Oktober 2016.

Du hast auch schon zu „Das Tal“ mehrere Bücher geschrieben. Planst du immer bereits beim ersten die Handlungsstränge der nächsten oder ergibt sich das erst nach und nach? 

Bei so vielen Bänden muss man planen, sonst verliert man schnell den Überblick. Das Gerüst ist allerdings nicht so starr, dass man nicht noch etwas ändern kann. Manche Ideen kommen erst beim Schreiben.
Eine gute Planung ist außerdem beruhigend. Es ist schön morgens schon zu wissen, wie es weitergeht.

Was schreibst du am liebsten? Krimis oder Mystery-Thriller oder…? 

Ich mag Geschichten mit düsteren Geheimnissen und liebe die Gratwanderung zwischen Realität und Fantasie und. Deshalb bleibe ich bei Mystery-Thrillern.

Vielen Dank!

Krystyna Kuhn wurde 1960 in Würzburg geboren, studierte Slawistik, Germanistik und Kunstgeschichte und arbeitete als Redakteurin und Herausgeberin.
Seit 1998 ist sie freischaffende Autorin.
Schwerpunkt: Krimis und Thriller.

Werke:

"Fische können schweigen"
"Die vierte Tochter"
"Engelshaar"
"Schneewittchenfalle"
"Märchenmond"
"Wintermörder"
"Bittersüßes oder Saures"
"Die Signatur des Mörders"
"Dornröschengift"
"Aschenputtelfluch"
"Totenkind"
"Der Engel kann fliegen"
"Das Tal"
"Monday Club"

Website: http://www.krystyna-kuhn.de/

Sonntag, 24. April 2016

Hörspiel beim RBB

Übrigens wurde durch eine Programmänderung bei 1LIVE "Pimp my brain" nicht gesendet. Aber ich habe das Hörspiel auch noch beim Kulturradio des RBB entdeckt. Sendetermin war dort der 19. Februar 2016.

Sonntag, 17. April 2016

Hörspieltipp: "Pimp my brain"

Wieder einmal bin ich auf der Website von 1LIVE gelandet. Dort wird am 21. April 2016 das Hörspiel "Pimp my brain" gesendet. Leider wieder sehr spät, also von 23.00-00.00 Uhr. Eine Stunde eher wäre mir lieber.
Die Autoren Simon Kamphans und Matthias Lang führten bei dem Stück auch gleichzeitig Regie. Produziert wurde es 2016 vom RBB. Redaktion: Natalie Szallies.
Die Namen der Autoren sind mir schon einmal aufgefallen. Sie schrieben vor einigen Jahren das Kurzhörspiel "Kennst du schon KEN?" Da kümmerten sie sich ebenfalls gemeinsam um die Regiearbeit.
Mal sehen, was in Zukunft noch von Kamphans und Lang kommt.

Donnerstag, 14. April 2016

SERAPH-Literaturpreis für Nina Blazon



1. „Der Winter der schwarzen Rosen“ wurde zur Leipziger Buchmesse im März 
2016 mit dem SERAPH-Literaturpreis der Phantastischen Akademie e.V. in der 
Kategorie Bester Roman ausgezeichnet. Wie hast du dich da gefühlt?

Ich habe mich natürlich sehr gefreut - vor allem deshalb, weil gerade dieses 
Buch nominiert wurde. Es gehört ins Genre "Märchenfantasy", was beim Schreiben 
besonders viel Spaß gemacht hat und der Preis war eine schöne Bestätigung, 
dass diese Art der ganz klassischen Fantasy offenbar auch immer noch gerne 
gelesen wird.

2. Warum schreibst du eigentlich Fantasyromane?

Ich habe immer schon gerne Fantasy und Science-Fiction gelesen, vielleicht hat 
dieses Genre-Steckenpferd dann auch im Autorenleben deshalb gut gepasst. Aber 
ich schreibe genauso gerne historische Romane und Krimis - und oft genug 
finden sich auch historische Plots und Krimi-Elemente in den Fantasy-Büchern.

3. Für welche Zielgruppe ist das Sieger-Buch gedacht und wovon handelt es?

Es ist ein All-age-Roman ab 14 und er handelt von den Schwestern Liljann und 
Tajann. Sie sind charakterlich sehr unterschiedlich und verfolgen verschiedene 
Lebeswege. Die selbstbewusste Strategin Tajann will um jeden Preis bei Hof 
Karriere machen, die schüchterne, ängstliche Liljann wird dagegen von ihrem 
Vater von zu Hause fortgeschickt, als sie sich auf Tajanns Betreiben hin auf 
eine Ehe mit einem Jäger einlässt. Sie macht in der Geschwisterfolge damit den 
eigenen Weg für Tajann frei und zieht ins Grauland, wo sie allerdings bald 
darauf vor ihrem Mann fliehen muss. Auch Tajanns Pläne gehen nicht ganz auf: 
Sie hat es zwar geschafft, am Hof von Lady Jamala schnell aufzusteigen, aber 
als sie sich verliebt und in eine Intrige verstrickt wird, führt auch ihr Weg 
bald in das Grauland, wo die beiden Schwestern sich auf der Flucht wieder 
begegnen.

4. Der Roman hat über 500 Seiten. Wie viele Monate hast du daran gearbeitet?

Es war tatsächlich ein sehr aufwändiges Projekt, da die Geschichte aus zwei 
Perspektiven geschrieben ist und jede Schwester eine Hauptfigur und völlig 
gleich gewichtet ist. Es war, als würde man zwei Bücher schreiben. Deshalb 
belief sich die Plot- und Schreibzeit auf etwa sechs Monate.

5. Gibt es im Text Passagen oder auch Personen, die du besonders magst?

Ich mochte beide Schwestern, wobei die stille Liljann mit ihren vielen 
"Zwischentönen" auch beim Schreiben mehr Grautöne, Facetten und 
somit Herausforderungen bot. Vielleicht war sie mir dadurch ein wenig näher als 
Tajann.

6.  Im Februar und März 2016 erschienen bereits „Feuerrot“ und „Silfur-Die 
Nacht der silbernen Augen“.
Arbeitest du schon am nächsten Roman oder machst du erst einmal eine Pause?

Jetzt ist tatsächlich erst einmal eine Pause angesagt. :-)

Vielen Dank!

Nina Blazon ist Jahrgang 1969.
Studium der Slavistik und Germanistik. Nach einigen beruflichen Abstechern (Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten und Texterin in einer Werbeagentur) arbeitet sie heute als Journalistin und (seit 2003) als Jugendbuchautorin. 
Genres: Fantasy, Krimi und Historischer Roman.

Werke sind u.a.:

„Feuerrot“ (Historie/ Krimi)
„Die verbotene Pforte“ (Fantasy)
„Im  Bann des Fluchträgers (Fantasy)
„Silfur-Die Nacht der silbernen Augen“ (Fantasy)
„Der Winter der schwarzen Rosen“ (Fantasy)
„Schattenauge“ (Krimi mit Phantastikelement)
„Liebten wir“

Homepage für Kinder- und Jugendbücher

Für Erwachsenenbelletristik und den Roman „Liebten wir“

Dienstag, 29. März 2016

Andreas Eschbach: Seine Arbeitsweise am Roman

Foto: ©Marianne Eschbach

Bald erscheint ein neues Buch von dir. Ich nehme an, dass du noch nichts Genaues darüber berichten darfst. 
Aber würdest du am Beispiel des Romans deine Arbeitsweise erläutern?

1.  Wie funktioniert es bei dir mit der Idee? Vermerkst du viele und sortierst dann eine aus? Oder funkt es sofort und du willst unbedingt eine bestimmte Idee umsetzen?

Also, "sofort" geht bei mir gar nicht. Wenn ich mich ans Schreiben eines neuen Romans mache, dann ist die Grundidee – das habe ich mal nachgeprüft – in der Regel mindestens sechs Jahre alt. Bei meinem nächsten Roman, der im Herbst erscheint (und über den ich noch nichts verrate) ist es sogar über zwanzig Jahre her, dass ich die Idee dazu in mein Ideenbuch gekritzelt habe. In dem blättere ich immer wieder, ergänze Ideen ZU den Ideen, und so wachsen verschiedene Romanideen über die Jahre hinweg, bis sie groß genug sind, dass ich sie in Form von Exposés und Outlines umtopfen kann. Wobei man das einer Idee lange nicht ansieht, was daraus werden kann – deswegen halte ich jede davon fest, auch die allerverrücktesten.

2. Stellst du einen Plan auf, wie du beim Manuskript vorgehst?

Ja, ich starte immer mit einem genau ausgearbeiteten Plan. An den ich mich dann meistens, je weiter der Roman fortschreitet, immer weniger halte, weil die Geschichte doch ganz anders wird als gedacht. Aber das macht nichts, im Gegenteil: Mir macht es Spaß, wenn ich mich sozusagen selber überrasche. Trotzdem mache ich ohne Plan gar nichts, auch sonst im Leben ;-)

3. Schreibst du regelmäßig jeden Tag und wie viele Seiten schaffst du durchschnittlich?

Wenn ich am Schreiben bin, schreibe ich so gut wie jeden Tag, ja. Und ich kalkuliere mit vier Seiten pro Tag. Natürlich kann es mal mehr werden – ein guter Tag sieht schon mal zehn, fünfzehn, zwanzig Seiten neu entstehen, dafür lösche ich an anderen Tagen mehr als ich schreibe.

 4. Brauchst du zum Arbeiten am Roman eine gleichbleibende Umgebung, ein Ritual oder eine besondere Stimmung?

Nein. Alles, was ich brauche, ist, dass man mich in Ruhe lässt und eine Weile keiner was von mir will. Ich kann auch auf Reisen schreiben, in Hotelzimmern, egal wo. Am inspirierendsten finde ich übrigens Bahnfahrten. Erfreulicherweise dauert eine Zugfahrt von hier nach Deutschland fast zwölf Stunden; in der Zeit schreibe ich manchmal mehr als sonst in einer ganzen Woche.

5. Welche Autorentätigkeit magst du am wenigsten?

Alles, was mit Buchpromotion zu tun hat – Lesereisen, Interviews, Fotoshootings und so weiter. Damit will ich, wohlgemerkt, nicht sagen, dass ich das alles GAR nicht mag, aber die Frage war ja, was mag ich am WENIGSTEN. Und wenn man mich vor die Wahl stellen würde, entweder: ich kann bis an mein Lebensende nur noch schreiben, darf aber nie mehr vor eine Kamera oder ein Publikum treten, oder: ich darf nie wieder schreiben, kann aber mein restliches Leben mit Lesungen und Presseterminen verbringen, dann würde ich ohne jedes Zögern die erste Option wählen und nur noch schreiben.

Vielen Dank!

Andreas Eschbach, Jahrgang 1959, schreibt seit seinem 12. Lebensjahr. Er studierte Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Bis 1996 Geschäftsführer einer EDV-Beratungsfirma, lebt er inzwischen als freier Schriftsteller in der Bretagne. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Zu seinen bekanntesten Romanen zählen "Das Jesus-Video", "Die Haarteppichknüpfer", "Eine Billion Dollar", "Ausgebrannt" und "Herr aller Dinge".

Website:  www.andreaseschbach.com  

Dienstag, 22. März 2016

Interview mit Holger Karsten Schmidt, Drehbuch-und Romanautor


1. Du schreibst neben Drehbüchern auch Romane. Fällt dir die Umstellung schwer?

Nein. Ich freue mich immer, wenn ich zum Roman wechseln kann, weil es im Roman viel weniger erzählerische Beschränkungen gibt als im Drehbuch. Ich wechsle nur ungerne ins Drehbuch zurück.

2. Bei Filmen wird ein Riesenrummel um Regisseure und Schauspieler gemacht. Drehbuchautoren scheinen dabei oft unterzugehen. Ist das wirklich so?

Ja. Nimm Deine drei Lieblingsfilme. Du wirst sehr wahrscheinlich sagen können, wer die drei Hauptrollen gespielt hat. Bei den Regisseuren wird es vermutlich schon haken. Und bei den Autoren wird die Antwort dreimal sein „Weiß ich nicht.“
Das ist innerhalb der Filmbranche nicht anders. Das liegt auch daran, dass der Autor nie Teil des Teams ist – denn der hat seine Arbeit vor dem ersten Drehtag beendet.
Laut einer Umfrage gehen 81% der Deutschen wegen der Story ins Kino – aber kaum einer weiß, von wem sie stammt.

3. Wie ist der Stand der Drehbuchautoren hier im Vergleich zu denen in den USA?

Die Wertschätzung der Urheber endet hier oft dann, wenn sie mehr kostet als Atemluft.
In den USA hat man die Entscheidungshoheit über die Geschichten jenen zurückgegeben, die sie sich ausgedacht und niedergeschrieben haben: den Autoren.
In Deutschland meinen oft sehr viele Beteiligte, dass sie besser wissen wie die Geschichte funktioniert und es zu wenige gibt, die sie davon abhalten.
Am Ende steht oft ein wackeliger Konsens-Film, der es jedem recht machen möchte – aber keine klare Handschrift mehr aufweist.
Hinzu kommt, wenn man es wirtschaftlich betrachtet, dass sich die andere Wertschätzung der US-Kollegen für ihre Autoren auch finanziell niederschlägt. Von dem Etat eines deutschen Filmes geht nur ein Bruchteil dessen in die Stoffentwicklung, was in den USA investiert wird.

4. Wenn du keine Vorgaben hättest, auch kein Stimmchen im Hinterkopf, das dir sagt, Sender nehmen dies und das nicht, was würdest du da am liebsten schreiben?

Ich habe einige Geschichten, die den Sendern zu teuer, zu brisant, zu sperrig, zu „arthouse“, zu hart, zu nihilistisch, zu märchenhaft sind – die bewahre ich mir einfach für einen Roman auf.
Einige sind schon als Drehbücher geschrieben – was für mich immer eine sehr dankbare Arbeitsgrundlage für den Roman darstellt - , andere noch nicht.

5. Was sind deine nächsten Projekte?

Für KiWi entwickle ich gerade „Lost in Fuseta“ über einen deutschen, autistischen Kommissar, der mit portugiesischen Kollegen an der Algarve ermitteln muss – in Fuseta.

Im Filmbereich starten im Juni die Dreharbeiten zu „Gladbeck“, einem Zweiteiler über das Geiseldrama von 1988.
Im Bereich Drehbuch entwickle ich in einem Writers Room zusammen mit anderen Autoren eine Serie über die Kolonialisierung des Mars. Ansonsten habe ich ebenfalls für KiWi den Roman „Die Toten von Mirow“ geschrieben und adaptiere ihn gerade als Vierteiler für die ARD. Roman und Film sollen dann kurz hintereinander publiziert bzw. ausgestrahlt werden, voraussichtlich im Herbst 2017.

Vielen Dank!

Angaben zur Person:

Holger Karsten Schmidt, Jahrgang 1965, ist gebürtiger Hamburger und hat nach einigen beruflichen Umwegen 1991 an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg Drehbuch studiert. Bereits während seines Studiums konnte er mit ersten abendfüllenden Spielfilmen zunächst im Fernsehen und mit seinem Diplomdrehbuch „14 Tage lebenslänglich“ auch im Kino Fuß fassen.

In den letzten 20 Jahren hat der gefragte Drehbuchautor über 70 Drehbücher geschrieben. Er war für zahlreiche Preise nominiert und hat einige gewonnen, darunter zwei Mal den renommierten Grimme-Preis für „Mörder auf Amrum“ und „Mord in Eberswalde“.

2011 gab Holger Karsten Schmidt mit „Isenhart“, einem Plädoyer für das freie Denken im Gewand einer mittelalterlichen Lebensgeschichte eines Hochbegabten, sein Romandebüt.

Dem folgte 2015 sein auf Recherchen beruhender Thriller „Auf kurze Distanz“, in dem ein verdeckter Ermittler die Wettmafia infiltriert.
2016 wird „Lost in Fuseta“ erscheinen.

Schmidt lebt mit seiner Frau in Asperg bei Ludwigsburg.

Drehbücher (kleine Auswahl): 

"Ein starkes Team - Träume und Lügen"
"In Sachen Kaminski"
"Mörderische Erpressung"
"Tatort: In eigener Sache"
"Der Seewolf"
"Tatort: Spiel auf Zeit"
"Kommissarin Lucas - Der nette Herr Wong"
"Jack the Ripper - Reloaded"
"Tatort: Preis des Lebens"
"Das weiße Kaninchen"
"Nord bei Nordwest - A Girl`s best Friend"

Homepage: holger-karsten-schmidt.de

Montag, 7. März 2016

Interview zum Buch "Der Mensch-Hund-Code: Selbstbewusst durch den Dschungel der Hundeszene"


Für meine Fragen stellte sich freundlicherweise einer der beiden Autoren, nämlich Elli H. Radinger zur Verfügung.
Foto: Ulla Bergob

1. In zwei Tagen erscheint im Franckh Kosmos Verlag euer Buch „Der Mensch-Hund-Code: Selbstbewusst durch den Dschungel der Hundeszene“. Worum geht es darin?

Unser neues Buch ist ein Plädoyer für die Belange von Hund und Mensch und für ein entspanntes Zusammensein. Und wir geben Hundebesitzern Ratschläge, wie sie sich gegen die Scharlatane in der Hundeszene wehren können.

2. Es gibt schon viele Ratgeber für Hundehalter. Warum habt ihr ausgerechnet dieses Buch geschrieben?

Wir haben in den Jahrzehnten, in denen wir uns mit Wölfen und Hunden beschäftigen immer wieder von „superneuen, einzigartigen, patentierten Trainingsmethoden“ gehört, bei denen Hundehaltern versprochen wird, alle Probleme zu lösen und innerhalb kurzer Zeit den perfekten Hund zu erhalten – vorausgesetzt, es wird eine bestimmte Summe Geld für dieses „einmalige“ Training bezahlt. Wir haben erlebt, wie unsichere Hundehalter gnadenlos abgezockt werden, und am Ende ein verzweifeltes Hund-Mensch-Team übrig bleibt. Das konnten wir nicht mehr mit ansehen. Wir möchten Hundehaltern Mut machen, auf ihren Bauch zu hören und entspannt mit ihrem Tier zu leben. Niemand muss perfekt sein, weder Hund noch Hundehalter.
Dabei möchte ich aber noch anmerken, dass die meisten Hundeschulen und Hundetrainer eine wunderbare Arbeit leisten, wovon niemand spricht. Aber die „schwarzen Schafe“ richten leider den schlimmsten psychischen Schaden an.

3. Wie lange habt ihr dafür benötigt?

Etwas weniger als ein Jahr mit einem heißen Herbst-Endspurt bei Günther in der Prairie von Kanada – nur kurz unterbrochen von einem Puma, der am Fenster vorbei lief.

4. Ich stelle mir die Zusammenarbeit zweier Autoren schwierig vor. Wie hat sie bei euch funktioniert?

Dies ist ja schon das vierte Buch, das wir zusammen machen. Wir kennen uns seit 1991 und haben durch die Wolfsforschung eng zusammengearbeitet. Unsere gemeinsame Arbeit funktioniert wie bei einem Wolfsrudel: Jeder trägt seinen Teil zum Manuskript bei und zwar nach seinen Fähigkeiten und Schwerpunkten. Dank Internet und E-Mail schicken wir dann unsere Manuskripte hin und her und ergänzen oder überarbeiten. Ganz ohne persönliche Treffen und Absprachen geht es jedoch nicht. Darum sehen wir uns, wenn Günther in Deutschland auf Vortragsreise ist, oder ich fliege nach Kanada.

5. Gibt es bereits Pläne, worüber ihr als nächstes schreiben möchtet?

Ja, wir haben gerade einen Vertrag über ein neues Wolfsbuch bei Kosmos unterschrieben. Diesmal geht es um die Wölfe in Deutschland und die vielen Irrtümer, die bei uns immer noch über Wölfe herrschen. Erscheinen wird das Buch im Frühjahr 2017.

Autoreninfo

Günther Bloch führt seit Jahrzehnten im In und Ausland Fachseminare für Hundeleute durch. Viele typische Gesetzmäßigkeiten von Sozialverhalten hat er sich von wilden Hunden in Italien, in Indianerreservaten und in seiner Hundepension abgeschaut.
Bloch lebt in Kanada und erforscht dort seit über 25 Jahren das Verhalten wild lebender Wölfe.

Web: www.hundefarm-eifel.de/

Elli H. Radinger ist Fachjournalistin und Autorin mit Schwerpunkt Wolf und Hund. Die Naturforscherin und Wolfsexpertin beobachtet seit über 25 Jahren wild lebende Wölfe im amerikanischen Yellowstone-Nationalpark und gibt seit 1991 das Wolf Magazin heraus. Zudem hält sie Lesungen, Vorträge und Seminare.

Web:
www.elli-radinger.de
www.wolfmagazin.de
www.yellowstone-wolf.de

Alle gemeinsamen Bücher findet ihr hier:
http://www.elli-radinger.de/autorin-wolfsbuecher/buecher-wolf-und-hund.html

Montag, 15. Februar 2016

Fünf Fragen an Ulrike Rylance


Ulrike Rylance stammt ursprünglich aus Jena, wohnte eine Weile lang in Leipzig und London und lebt heute mit ihrer Familie in Seattle/ USA. Seit einigen Jahren arbeitet sie als freiberufliche Autorin und veröffentlicht unter folgenden Pseudonymen:

Ulrike Rylance: Kinder- und Jugendbücher Ulrike Herwig: Unterhaltungsromane für Erwachsene Caro Martini: Frauenromane mit “Magic Twist”

Ihr Comic-Krimi „Penny Pepper – Alles kein Problem“ wurde 2015 mit dem Hans-Jörg-Martin Preis für besten Kinder- und Jugendkrimi ausgezeichnet.


1. In welchen Genres schreibst du?

Ich schreibe Kinder- und Jugendbücher als Ulrike Rylance. Da ist alles dabei – vom Erstleserbuch über den Comic-Krimi für Achtjährige bis zum Roman oder Thriller für Teenager. Dann schreibe ich noch Unterhaltungsromane für Frauen (Männer dürfen sie aber auch lesen!!) unter dem Pseudonym Ulrike Herwig und Frauenromane mit einem Schuss Magie unter dem Pseudonym Caro Martini.

2. 2015 sind vier Bücher von dir erschienen. Bist du ein Vielschreiber?

Ja, wahrscheinlich schon. Meistens habe ich zwei Projekte parallel laufen. Das klappt ganz gut – wenn ich in dem einen nicht weiterkomme, wende ich mich dem anderen zu.  Allerdings waren die letzten zwei, drei Jahre wirklich extrem schreibintensiv. Das ist nicht unbedingt der Normalzustand und geht natürlich auf Kosten anderer Dinge. Zum Beispiel - hüstel  - Haushaltskram oder Besuche im Fitnessklub ...

3. „Oskar an Bord“ kam im Dezember vorigen Jahres heraus. Worum geht es da?

Da geht es um das Ehepaar Tina und Markus, die sich mit öden Vollzeitjobs und dauernden Geldsorgen ziemlich auseinandergelebt haben. Deren Leben wird komplett auf den Kopf gestellt, als Markus voller Verzweiflung eine Tankstelle überfällt und dabei zufällig von seiner eigenen Frau beobachtet wird. Sie fliehen mit  dem erstbesten Auto von der Tanke – einem Rot-Kreuz-Wagen.- Doch der ist nicht leer, darin sitzt der 87-jährige Oskar, der in ein neues Pflegeheim gebracht werden soll. Und Oskar ist kein typischer hutzeliger Opa, er ist ein ehemaliger Kleinkrimineller. Er mischt die Flucht zu dritt erst mal so richtig auf. Wie die ausgeht, verrate ich natürlich nicht.J 


4. Hättest du Lust, dich auch einmal anderen Themen zuzuwenden? Zum Beispiel einen Thriller für Erwachsene verfassen?

Doch, das könnte ich mir durchaus vorstellen.  Oder auch was ganz anderes - Zeitreise-Romane ziehen mich zum Beispiel magisch an. Mal sehen.

5. Sind denn schon neue Projekte in Planung?

Ja, es geht munter weiter. Momentan schreibe ich an einem neuen Buch für Teenager, das eventuell auch Teil einer Reihe wird  und an einem neuen Ulrike Herwig Roman. Oh, und dann kommt dieses Jahr auch noch der  vierte Teil der beliebten Penny Pepper Serie heraus – diesmal ein Weihnachtskrimi. Außerdem erscheint im Februar ein neues Teenie-Buch von Ulrike Rylance („Mein Mathe Desaster“) und im Juni ein neuer Roman mit einem Hauch Magie von Caro Martini. („Alma und Jasmin“)

Vielen Dank!