Donnerstag, 9. Februar 2017

Helene Luise Köppel - Thriller und historische Romane


Was bedeutet für dich das Schreiben?

Das Schreiben ist für mich eine ständige Herausforderung - aber ich knacke gerne harte Nüsse. So verknüpfe ich z.B. meine Gegenwartsthriller oft mit mysteriösen Geschichten aus der Vergangenheit: Geschichte hinter den Geschichten. Von Anfang an war für mich das Romanschreiben aber auch ein Ausdrucksmittel für Emotionen. Meine Figuren zum Leben zu erwecken, ihr Innerstes nach außen zu kehren, das gefällt mir. Dass man dabei auch seine, ach so sensible Autorenseele aufblättert, ist bekanntlich kein Gerücht, sondern eine Tatsache.

Deine Romane spielen in Frankreich. Was hast du für eine Beziehung zu dem Land?

Frankreich inspiriert mich. Dieses Land bietet mir seit Jahren alles, was ich zum Schreiben, aber auch zum Durchatmen brauche: eine vielfältige Landschaft, alte Geschichte und Geschichten, reichhaltige Kultur und große Herzlichkeit. Die berühmte Kollegin Donna Leon hat ihren Inspektor Brunetti in Venedig angesiedelt; mein Kommissar Claret wirkt in Toulouse, in Collioure, in Arles, am Canal-du-Midi oder in den Pyrenäen - also überall dort, wo ich mich auskenne.

Wie läuft üblicherweise die Recherche für deine Bücher ab?

Ich bin neugierig, will immer alles genau wissen. Deshalb recherchiere ich gerne. Stoße ich auf eine Story, für die es sich lohnt, ein, zwei Jahre am Schreibtisch zu sitzen, besorge ich mir zuerst die entsprechende Begleitliteratur. Ich plotte, schreibe die Rohfassung - und mache mich dann erst auf den Weg nach Frankreich zu den Romanschauplätzen. Neue Erkenntnisse, Landschaftsbeschreibungen etc. arbeite ich später ein - und manchmal auch private Reiseerlebnisse. Diese sind dann oft "das Salz" im Roman, denn: Wer nichts erlebt hat, hat auch nichts zu erzählen!

Wie erzeugst du eigentlich ganz allgemein die Spannung in deinen Romanen?

Den Spannungsverlauf im Roman so hinzubekommen, dass der Leser später "nägelkauend" im Sessel sitzt, ist für jeden Autor eine Herausforderung. Ich versuche, die Spannung weniger durch blutige Szenen zu steigern, sondern durch subtilen Nervenkitzel und geschickten Szenenwechsel. Dabei verlasse ich mich weitgehend auf mein Bauchgefühl - und auf meine Figuren, die ich sehr gut kennen muss. Nur wenn ich weiß, wie mein Personal "tickt", kann ich die "Stellschraube Spannung" anziehen oder lockern, je nach dem.

Schmiedest du schon neue Pläne für ein weiteres Buch?
 
Ja, ich schmiede ... Im Juli 2017 erscheint ein neuer Historischer Roman, ein Herzensprojekt, an dem ich zwei Jahre gearbeitet habe. Dieses Buch bringt meine Katharer-Romane zum Abschluss; danach plane ich eine Taschenbuch-Neuauflage der nun 6-bändigen Reihe. Parallel befasse ich mich im Kopf mit Band 5 meiner HLK-Südfrankreich-Thriller. Maurice Claret, der als Kommissar übrigens eine eigene Facebook-Seite pflegt, scharrt schon ungeduldig mit den Füßen. Langfristig plane ich etwas völlig Neues, nämlich einen fetzigen Reisebegleiter für Südfrankreich-Fans.

Vielen Dank!

Kurze Biographie:
Unter dem Slogan "Lesen hält wach - garantiert!" schreibt die Autorin seit 2002 Historische Romane (Katharer-Romane) und Gegenwartsthriller "mit einem Hauch Geschichte". Wenn sie nicht gerade in ihrem Haus in Schweinfurt arbeitet, ist sie an den Schauplätzen ihrer Romane zu finden - in Südfrankreich und Katalonien. Sie ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller; vertreten wird sie von der Literary Agency Michael Meller, München.

Neugierig geworden? Besuchen Sie die Autorin Helene L. Köppel auf Ihrer Website:
http://www.koeppel-sw.de/

HLK-Südfrankreich-Thriller - (E-book + TB)
"Die Affäre C."
"Blut.Rote.Rosen"
"Talmi"
"Salamandra"

HLK-Katharer-Romane (E-book bzw. antiquarisch)
"Alix - Das Schicksalsrad", AD 1209,
"Sancha - Das Tor der Myrrhe", AD 1218
"Esclarmonde - Die Ketzerin vom Montségur", AD 1244
"Rixende - Die Geheimen Worte", AD 1300
"Béatris - Die Kastellanin", AD 1320 (neu Juli 2017, E-book + BOD)
"Marie - Die Erbin des Grals", AD 1900

Mittwoch, 1. Februar 2017

SF-Autor Armin Rößler



Du hast einen Job als Journalist, bist SF/ Fantasy-Autor, Herausgeber und Lektor. Das heißt, du bist voll mit schreibenden Tätigkeiten ausgelastet. Welche ist dir am liebsten?

Alles zu seiner Zeit. Mir macht mein Beruf sehr viel Spaß, das Schreiben von Geschichten und Romanen aber ebenso – da möchte ich mich gar nicht entscheiden müssen, was mir besser gefällt. Anthologien als Herausgeber zusammenzustellen, wie zuletzt zusammen mit André Skora und Fran Hebben „Gamer“ für den Begedia Verlag“, ist ebenfalls eine sehr interessante Aufgabe, die ergänzende Tätigkeit als Lektor ergibt sich da von selbst. Also: Ich habe in dieser Hinsicht keine Prioritäten.

Irgendwo las ich, dass es Romanautoren schwer fällt, sich auf das Verfassen von Kurzgeschichten einzulassen und umgekehrt. Geht es dir auch so?

Nein, überhaupt nicht. Ich habe mit Kurzgeschichten angefangen, mich dann mit ein paar Jahren Schreiberfahrung an einen Roman gewagt und schreibe heute beides.

Ich erinnere mich an das Fantasy Taschenbuch „Demonwright - Das vergessene Portal“. Bist du danach zur Science-Fiction umgeschwenkt?

Die Demonwright-Reihe im Wurdack Verlag war eine klasse Möglichkeit für eine Handvoll junger Autoren, sich erstmals im Romanformat auszutoben. Leider ist es damals mit dem Rollenspiel nicht mehr so recht vorangegangen, nachdem die Bücher erschienen waren, sonst hätte ich da wahrscheinlich noch weitere Romane verfasst. Parallel hatten wir aber auch schon die Science-Fiction-Reihe gestartet, zuerst nur mit Anthologien, die Dieter Schmitt, Heidrun Jänchen und ich gemeinsam zusammengestellt haben. Die Forderung des Verlegers, dass gefälligst auch ein Roman in der Reihe zu erscheinen hat, habe ich dann sehr gerne erhört.

Die Teile aus dem Universum von „Argona“ werden ja jetzt im Wurdack Verlag neu aufgelegt. War damals eigentlich von Anfang an eine Trilogie geplant oder hat sich das erst nach dem ersten Teil ergeben?

Zur Beantwortung dieser Frage empfehle ich die Lektüre des Vorworts meiner frisch erschienen Storysammlung „Cantals Tränen“.
Spaß beiseite: Auch da ist Ernst Wurdack, der Verleger, schuld. Er hat „Entheete“, den ersten Roman, damals praktisch kapitelweise von mir bekommen, und noch bevor das Ende geschrieben war, kam die unmissverständliche Forderung: „Eine Fortsetzung muss her.“  Dagegen habe ich mich natürlich nicht gewehrt. Und mir der bereits veröffentlichten Kurzgeschichte „Barrieren“ (jetzt in „Cantals Tränen“  wiederveröffentlicht) hatte ich auch gleich die perfekte Überleitung zu „Andrade“. Am Ende ist inklusive „Argona“ eine Trilogie daraus geworden, es sind weitere Storys dazu gekommen, und es wird auch weitere Romane in diesem Universum geben. Da ist noch einiges zu schreiben, es gibt mehr Ideen als Zeit ...

Deinem Blog ist zu entnehmen, dass du mit deinem Roman „Die Nadir-Variante“ fast fertig bist. Worum geht es da und wann kann man mit dem Erscheinen des Buches rechnen?  

Der Roman ist genau das, was ich selbst gerne lese: ein spannendes Abenteuer irgendwo weit draußen im Universum, eine Space Opera mit hoffentlich viel „Sense of Wonder“ für den Leser. Viel mehr möchte ich gar nicht verraten, vielleicht nur noch, dass die Hauptfigur Paz Nadir den Lesern aus „Entheete“ bekannt sein sollte – in „Die Nadir-Variante“ treffen wir auf den jungen Nadir. Als Erscheinungsdatum würde ich mal vorsichtig Herbst 2017 anvisieren, das müsste eigentlich hinhauen.

Vielen Dank!

Armin Rößler
Armin Rößler, geboren 1972, lebt mit seiner Familie in Rauenberg am Rand der Weinberge und arbeitet als Redakteur für eine Tageszeitung. Er hat den Fantasy-Roman „Das vergessene Portal“ und eine Science-Fiction-Trilogie, bestehend aus den Einzelromanen „Entheete“, „Andrade“ und „Argona“, veröffentlicht (alle im Wurdack Verlag), außerdem zahlreiche Erzählungen. Als (Mit-)Herausgeber war er an gut einem Dutzend Science-Fiction-Anthologien beteiligt, zuletzt an „Gamer“ (Begedia Verlag). 2011 ist seine Erzählung „Die Fänger“ in russischer Übersetzung im führenden russischen Science-Fiction-Magazin „Esli“ erschienen. Als Autor und Herausgeber wurde Armin Rößler mehrfach für den Deutschen Science Fiction Preis, den Kurd Laßwitz Preis und den Deutschen Phantastik Preis nominiert. Im Oktober 2016 ist seine Story-Collection „Cantals Tränen“ im Wurdack Verlag erschienen, direkt im Anschluss wurden die drei „Argona“-Romane neu aufgelegt. In Vorbereitung für 2017 ist der neue Science-Fiction-Roman „Die Nadir-Variante“.


 Bibliografie (Auswahl lieferbarer Titel):

Romane:
Argona (Wurdack, 2008/2017)
Andrade (Wurdack, 2007/2017)
Entheete (Wurdack, 2006/2016)
Das vergessene Portal (Wurdack, 2004)

Collection:
Cantals Tränen (Wurdack, 2016)

Anthologien:
Gamer (hrsg. mit André Skora und Frank Hebben, Begedia, 2016)
Tiefraumphasen (hrsg. mit André Skora und Frank Hebben, Begedia, 2014)
Die Audienz (hrsg. mit Heidrun Jänchen, Wurdack, 2010)
Lotus-Effekt (hrsg. mit Heidrun Jänchen, Wurdack, 2008)

Kurzgeschichten:
Der Große See (in: Cantals Tränen, Wurdack, 2016)
Heimkehr (in: Cantals Tränen, Wurdack, 2016)
Schwärzer als die Nacht, dunkler als der Tod (in: Cantals Tränen, Wurdack, 2016)
Begegnung mit Erwin (oder: Ein Vorwort) (in: Uwe Sauerbrei: Erwins Reisen, Verlag in Farbe und Bunt, 2016)
Katar 2022 (in: Skora/Rößler/Hebben: Gamer, Begedia, 2016)
El Dorado (in: Skora/Rößler/Hebben: Tiefraumphasen, Begedia, 2014)
Feuergeister (phantastisch! 49, Atlantis, 2013)
Die Straße (in Harald Giersche (Hrsg.): Space Rocks, Begedia, 2011)
Auf der Flucht (Corona Magazine 250, 2011)
Phönix (in: Rößler/Jänchen: Die Audienz, Wurdack, 2010)
Entscheidung schwarz (in Dirk van den Boom/Oliver Naujoks (Hrsg.): Weltraumkrieger, Atlantis, 2010)

Weitere Infos:
Das Argona-Universum (Verlagsseite): http://wurdackverlag.de/verlag/index.php?cPath=1_45
Blog: http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/17-armin-schreibt/